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In Quarantäne IV
Thilo Schneider • 26. April 2020
Das Danaergeschenk

Wir sind gerade gemütlich am Frühstücken, als es an der Türe klingelt. Einer der beinharten Jungs von der DHL begehrt Einlass, alldieweil er gerne ein Paket zustellen möchte. Ich öffne mit dem Drücker die Haustüre und habe jetzt drei Stockwerke Zeit, festzustellen, warum mich die DHL beim Frühstück stört. „Hast Du ein Paket bestellt?“, will ich vom Schatz wissen. Der strahlt mich an wie ein Kernkraftwerk: „Japp! Da war so eine Sonder…“, und weiter kommt er nicht, da ich aufspringe und mir die Einweg-Gummihandschuhe aus der Box auf dem Schuhschrank im Flur anziehe. „Oh, Dein Ernst?“, höre ich den Schatz aus dem Wohnzimmer leicht verärgert rufen. „Ja! Ich weiß ja nicht, wo der Mann vorher war“, rufe ich zurück und öffne die Wohnungstüre.
Etwa auf der Hälfte der Treppe zu unserem Stockwerk steht der DHL-Mann und fragt mich, ob ich meine Frau sei. Ich versichere, der Mann meiner Frau zu sein, während der Kopf vom Schatz hinter mir auftaucht. Der DHL-Bote lächelt erleichtert und will die paar Stufen noch bis zur Wohnungstüre laufen. „Stop!“, rufe ich ihm zu, „aber Sie legen jetzt das Paket vorsichtig auf die letzte Stufe und Ihr Quittiergerät legen Sie drauf. Dann gehen Sie zwei Meter zurück!“, weise ich ihn an. „Sind Sie krank?“, will der Paketauslieferer wissen. „Nein, aber Sie vielleicht. Nun machen Sie schon!“, rufe ich ihm zu und er handelt, wie ihm geheißen. Vorsichtig nähere ich mich dem Paket, nehme das Quittiergerät auf, unterschreibe mit diesem Plastikstiftchen für den Empfang, lege das Gerät neben das Paket, nehme jenes auf und ziehe mich rückwärts zur Wohnungstüre zurück. Immer den Paketboten im Auge behaltend. „Er übertreibt immer so“, erläutert der Schatz aus dem Hintergrund. „Sicher ist sicher“, ergänze ich und muss husten, während der irritierte Mann sein Gerätchen aufnimmt, um dann panisch nach unten zu rennen.
„Schnell, leg eine Plastikfolie auf den freien Platz am Esstisch“, befehle ich der Jüngsten, die kurz verschwindet, um dann mit Backpapier wieder aufzutauchen. „Geht das auch?“ fragt sie und als ich bejahe, legt sie das freie Tischende aus. Vorsichtig deponiere ich das Paket auf der Unterlage. Der Schatz war währenddessen auch nicht faul und hat eine Schere organisiert, mit der er sich der kleinen Pappbox nähert. „Was wird das?“, will ich wissen. „Wonach sieht es aus?“, stellt der Schatz die Gegenfrage. „Du wirst das Paket jedenfalls jetzt noch nicht öffnen!“, stelle ich fest, „wir haben keine Ahnung, wer das Paket schon alles in den Fingern gehabt hat, angefangen bei dem DHL-Fahrer und endend bei dem, der die Ware überhaupt erst hergestellt und verpackt hat. Wir können nicht mit letzter Sicherheit davon ausgehen, dass dieses Paket nur durch gesunde, virenfreie Hände gegangen ist!“
Sozusagen ein virenverseuchtes Danaergeschenk!
„Dafür habe ich ja eine Schere“, sagt der Schatz und wedelt mir mit der Schere überflüssigerweise vor dem Gesicht herum, „damit können wir mit Abstand das Paket öffnen und den Inhalt entnehmen.“ Sie hält sich für sehr schlau. „Wir wissen nicht, ob es sich hier um eine Trojanersendung handelt. Sozusagen ein virenverseuchtes Danaergeschenk!“, erläutere ich, „ich möchte hier kein Risiko eingehen!“ „Trojaner? Ich dachte, die gibt’s nur im Computer“, bemerkt die Jüngste, aber ich habe im Moment andere Probleme, als ihr Geschichtsunterricht und humanistische Aufklärung zukommen zu lassen. Für den Moment muss ihr ein „Lernt Ihr heute in der Schule überhaupt noch etwas“ genügen, was sie mit einem grinsenden „Nein, die sind ja alle geschlossen“ kontert. Wie die Mutter, so die Tochter. Ich habe gleich wenigstens zwei große Klappen zu füttern.
Unschlüssig stehe ich vor der Sendung und kann mich gerade selbst noch daran hindern, mir mit den gummibehandschuhten Fingern nachdenklich übers Kinn zu fahren. „Haben wir Desinfektionsspray?“, frage ich in den Raum. „Ja!“, erwidert der Schatz. „Da in dem Paket, das habe ich nämlich bestellt!“, gibt er mir zusätzlich eine präzise Ortsangabe. „Warum hast Du das Desinfektionsspray nicht einfach in der Drogerie gekauft?“, will ich wissen. „Weil Du Angst hattest, dass ich dann infiziert zurück komme“, erinnert mich der Schatz spöttisch lächelnd.
Okay. Wir haben nun folgendes Problem: In dem Karton befindet sich das Desinfektionsspray, mit dem ich den Karton desinfizieren müsste, bevor ich ihn öffne. Wenn ich aber nun den Karton öffne, ohne ihn desinfiziert zu haben, könnte es sein, dass wir alle erkranken. Dann wäre der Kauf des Desinfektionssprays sinnlos gewesen. Alternativ könnte ich natürlich entweder selbst zur zweihundert Meter entfernten Drogerie gehen (oder jemanden schicken, dessen Leben mir nicht so wichtig wie meines ist), dort Desinfektionsspray kaufen, den Karton desinfizieren, das darin befindliche Desinfektionsspray entnehmen und die Reste dann auf dem Balkon verbrennen. Allerdings hätte ich dann zwei Desinfektionssprays und dann hätten wir das Desinfektionsspray ja gar nicht bestellen müssen, weil wir es dann ja schon in der Drogerie gekauft hätten, und das wäre dann ja auch sinnlos… Es ist ein echtes Dilemma. Etwas ratlos stehe ich vor dem Paket.
Um mich nicht zu blamieren und die Zeit zu überbrücken, bis ich eine Lösung habe, weise ich meine Mitbewohner an, den Raum zu verlassen und mir einen Mundschutz sowie aus dem „Werkzeugschrank“ einen der Plastikmalerkittel zu bringen. Und außerdem ein scharfes Messer. Am besten eines von den Steakme… „Gute Güte, das ist keine Bombe! Du bist doch bescheuert!“, bemerkt der Schatz trocken, schiebt mich zur Seite und haut eine Schneide der Schere in den Karton. Bevor ich reagieren kann, hat der Schatz die Kiste zur Gänze aufgeschnitten, greift beherzt hinein und holt mit der rechten Hand erst ein-, dann noch zwei weitere Flaschen Desinfektionsspray heraus und stellt sie triumphierend auf den Esstisch. „Gesehen? So einfach und schnell geht das“, jubiliert er.
„So einfach und schnell infizieren wir uns und werden sterben“, stelle ich nüchtern fest. Und das ist dann der Moment, in dem der Schatz die Verschlusskappe von einem der Fläschchen reißt und mir wortlos den Inhalt ins Gesicht sprüht.
(Auch erschienen unter https://www.achgut.com/artikel/hast_du_ein_paket_bestellt)
(Auch erschienen unter https://www.achgut.com/artikel/hast_du_ein_paket_bestellt)

Ist das nicht süß? Wirklich zuckersüß, wie sie jetzt alle springen, tanzen und singen? Da kommt so ein Ami aus Amirika zur Münchner Sicherheitskonferenz und hält den bei Häppchen und Sekt versammelten grauen Köpfen der europäischen Nomenklatura einen 20-minütigen, freien und fehlerlosen Vortrag über Demokratie und Mehrheiten, verzwergt seine Zuhörer und deklassiert sie und landauf landab fliegen die geohrfeigten Köpfe der Brandmaurer. Da stellt sich dann ausgerechnet ein ausgebildeter Neo-Sozialist wie der Bundespräsident, der vor nicht einmal 12 Monaten den amtierenden Präsidenten der USA als „Hassprediger“ abgekanzelt hat, hin und verbittet sich eine Einmischung der Amerikaner in die lautere und tadellose Demokratie der Schwachkopf-Anzeiger, „So-Done“-Betreiber und Morgens-aus-dem-Bett-Klingler. Da sind sie alle ganz aufgeregt, die, die nicht müde wurden, zu beteuern, dass mit Donald Trump das absolut Böse ins Weiße Haus einziehen wird. Die den altersschwachen Joe Biden zu einem stolzen Führer der freien Welt mit dem absoluten Überblick verklärten, um gleich anschließend Kamala Harris zu einer Lichtgestalt zu verklären, die den Heiligenschein Jesu um Milliarden Lux überstrahlte. Diese Politiker und Medien beschweren sich nun wie mit der Hand in der Keksdose ertappte Kinder über eine Rede, die ihnen, den Führern des Wertewestens und des freiesten und buntesten und diversesten Europas, das es je seit der Belagerung Konstantinopels gab, die demokratischen Leviten liest. Witzig – während ich diese Zeilen schreibe, lese ich auf X, dass der Rechtsanwalt Markus Roscher zu 3.000,- € Geldstrafe verurteilt wurde, weil er in einem Tweet Habeck, Scholz und Baerbock für das Heizungsgesetz als „boshafte Versager“ bezeichnet hat. Sein Waffenschein steht nun wegen „Unzuverlässigkeit“ ebenfalls zur Diskussion. Außerdem muss er im „Wiederholungsfall“ – nämlich, dass er die Genannten „in ihrem öffentlichen Wirken erheblich beeinträchtigt“ – damit rechnen, dass ihm der Entzug seiner Anwaltslizenz droht. Außerdem wurde er gewarnt, dass er im Einspruchsverfahren mit einer noch höheren Geldstrafe rechnen müsste. Sieht so die Meinungsfreiheit „unserer Demokratie“ aus? Das exakt ist es, was Vance mit seiner Rede gemeint hat. Und was unsere Politisierenden und die geneigten Medien vehement und ganz wehrhaft mit wedelnden Armen abstreiten. „Keine Meinungsfreiheit? Stimmt ja gar nicht! Halt die Fresse!“ Ich mag die AfD nicht. Ich finde sie zu wenigstens 60% ganz schrecklich, weil da auch ganz schreckliche Leute mitmachen, deren Stammtische ich schon in Jugendtagen gemieden habe, obwohl es die da noch gar nicht gab. Das spielt in einer Demokratie aber keine Rolle, wen ich mag oder nicht mag. Ich persönlich finde Grüne und Linke noch viel schrecklicher, radikaler und ja – auch gewalttätiger. Erst recht, wenn sie 1933 als Rechtfertigung für Zerstörung und Körperverletzung als Alibi heranziehen. Aber ebenso, wie ich die Einen ertragen muss, muss ich auch die anderen ertragen. Und, als Demokrat, bestenfalls mit beiden reden, weil sie vielleicht ja doch einen Punkt haben. Außerdem ist es unfair und undemokratisch, eine 20%-Partei in ihrer parlamentarischen Arbeit zu behindern und ihnen ihrer Partei zustehende Posten zu verweigern oder Gesetze und Regeln so elegant hinzubiegen, dass sie keine Chance haben, für das Geld, das sie auch von ihren Wählern bekommen, Ihren Job zu machen. Unser Grundgesetz (dessen Hochhalten in Corona bereits bestraft wurde) sieht keine „guten“ und „schlechten“ Wählerstimmen vor. Es gibt schlicht keine Abstufung. Vance hat nichts anderes gesagt als seinerzeit Gorbatschow zu den Betonköpfen im Politbüro: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Wer sich nicht um die Anliegen von mindestens 20% - eigentlich aber sogar mehr als 50% aller Wähler kümmert (ja, wir reden hier von illegaler Migration und Union und AfD gemeinsam), der darf sich dann auch nicht wundern, wenn die eigene, überhebliche Arroganz gegenüber dem Wahlvolk, das die ganze Butze finanziert, zur eigenen Abwahl führt. Es ist das tiefste Wesen einer Demokratie, dass es keinen Adel und keine Kaste gibt und das Volk seine Regierungen bei Nichtbeachtung abwählen und einer neuen Regierung eine neue Chance geben kann, darf, soll und – im Eigeninteresse – sogar muss. Nichts anderes hat Vance versucht, seinen europäischen Gesprächspartnern, die nun gemeinsam mit den ihnen gewogenen Medien aufgeregt flügelschlagend umeinanderkreisen, klarzumachen. Und als Antwort bekommt er – und wir – unter dem Strich die gleiche Antwort, die seinerzeit Honecker gab: „Unsere Demokratie in ihrem Lauf halten weder Trump noch Vance auf“. Flankiert von dem üblichen Gesülze von Trump als Sith-Lord mit Musk und Vance als böse Palatine. Die glauben das wirklich! Außerdem hat Vance mit Weidel und Merz gesprochen. GESPROCHEN! Sie haben richtig gelesen. Die Amerikaner haben glasklar erkannt, dass mit der EU und den Wichtigtuern der deutschen Regierungsparteien schlicht „kein Staat“ zu machen ist. „America first“ heißt auch „Europe second“ und die Rede von Vance und die Reaktionen darauf haben tatsächlich gezeigt, mit welchen eitlen und wichtigtuerischen Wichten wir es in „unserer Demokratie“ zu tun haben. Wird sich aber nun etwas ändern? Natürlich nicht. Die europäischen Kleinmächte mit ihren zappeligen Demokratieminderleistern werden sich einigeln und hoffen, dass die nächsten vier Jahre Trump und dann vielleicht vier Jahre Vance an ihnen wie ein Gewittersturm vorüberziehen werden. An uns als Wählern liegt es, ob dies so sein wird.

Haben Sie die Bilder gesehen? Robert Habeck hat eines verbreitet, Olaf Scholz ein anderes. Robert Habeck war nämlich in Auschwitz. Aber nur als Besucher. Olaf Scholz auch, auch als Tourist. Auf dem Bild Robert Habecks sieht man ihn aus der Rückenansicht, wie er zwischen einem Gebäude (dem Krematorium?) und zwei Stacheldrahtzäunen, ganz allein, fast einsam, entlangflaniert. Das ganze Bild, in einen orangen Filter getaucht, erinnert stark an die „Jever“-Werbung. Ein Mann. Seine Gedanken. Ein KZ. Veröffentlicht hat Robert Habeck das Bild auf X mit dem Untertext: „Heute, am 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, habe ich in Polen das Stammlager I und später das Konzentrations- und Vernichtungslager in Auschwitz-Birkenau besucht. Neben dem offiziellen Teil gab es auch ein paar Momente allein. Ich brauche dazu nichts zu sagen, denke ich.“ Ein paar Momente. Allein. Robert Habeck mit sich selbst. Und dem Kameramann. Und den Personenschützern. Möglicherweise auch mit seinem Social-Media-Team und seinem Wahlkampfteam. Aber allein. Hauptsache allein. Mit seinen Gedanken. Und die teilt er mit, indem er sie nicht mitteilt. So isser, unser Robert, gell? So ein eigentlich stiller, besinnlicher und, ja, auch tief philosophischer Typ. Ich kann mich nicht gegen meine Phantasie wehren. Ich sehe mich mit Robert Habeck und seinem Team da, in dieser Todesgasse stehen und das, was wie ein Schnappschuss – welch grässliches Wort in einem Konzentrationslager – aussieht, inszenieren: „Robert, wir machen das von hinten. Wie in der Werbung. Geh ein paar Schritte nach da. Nicht umdrehen, Robert, NICHT UMDREHEN, HERRGOTT, ja, so isses gut, Stimmt das Licht, Malte? Klasse. Nicht so weit weg, Robert, es muss zufällig aussehen und wir können das Stativ und das Licht nicht hinter Dir hertragen. Geh nochmal so… JA, PASST, IS IM KASTEN! Super Robert, das wird ein Kracher!“ Ein Hauch von Bierwerbung weht durch das Bild: Wie das KZ, so das Jever. Ich weiß nicht, ob er oder Olaf Scholz schneller war, unser Kanzler ließ sich von hinten insze… fotografieren, wie er vor einem der Öfen im Krematorium steht. Mittig. Im gedämpften Licht. Besinnlich und sich besinnend. Ob er da ein Gebet gesprochen hat? Man weiß es nicht, aber die Bildkomposition ist sehr schön, sehr symmetrisch. Da hat das Fotografierende gut mitgedacht. Diesen beiden Typen ist das vielleicht grausigste und grausamste Vernichtungslager der Welt nicht zu schade, um sich zu Wahlkampf- und Eigendarstellungszwecken optisch hübsch in Szene zu setzen, um einen auf „besinnlich“ zu machen. Das, was vor Ort passiert ist, wo Menschen verprügelt, verreckt und schlussendlich vergast wurden, wird heute von ganz aufrecht unserdemokratischen Politikern zur Gruselkulisse für nicht hässliche Bilder, zum „Auschwitzland“ für professionelles Trauern herabgewürdigt. Wahres und echtes Gedenken braucht keine Pressefotografen, sondern Ruhe und Geschichtsbewusstsein, was ich mit einem Pulk von Fotografen, Security und Begleitentourage für höchst schwierig halte. Beide Bilder haben einen bitteren Beigeschmack von „Halloho? Ich trauere und bin nachdenklich! Seht Ihr, wie ich trauere? Seht Ihr es? Kinners, hierher, ich trauere! Guck, da der Ofen, da der Stacheldraht, schrecklich. Soll ich nochmal im Halbprofil…?“ Es gibt vielleicht noch eine Handvoll Leute, die aus Auschwitz entkommen und bewusst erzählen können, wie es war und auch sie werden bald gestorben sein. Wer als 10-jähriger da hinkam und überlebte, ist spätestens 1935 geboren und heute 90 Jahre alt. In zehn bis zwanzig Jahren wird die Erinnerung an den Holocaust nur noch virtuell in Filmen und Literatur gegenwärtig sein, da es keine Zeitzeugen mehr gibt, die das Monströse dieses Ortes aus eigener Anschauung vermitteln können. Dann wird Auschwitz endgültig zur Gedenkkulisse von Politikern herabgewürdigt werden, wenn die Museumsleitung hier nicht eingreift. Eigentlich sollte auf dem gesamten Gelände ein Fotografier-Verbot herrschen. Auch und besonders für Politiker. Das ist kein Ort, um Besinnlichkeit zu heucheln und publikumswirksame Bilder zu schießen. Oder lustige Selfies für Instagram und Tiktok zu machen. Was kommt als Nächstes? „My friends went to Auschwitz and all I got was this lousy T-Shirt“? Das ist Auschwitz. Der Ort eines der größten Verbrechen der Menschheit. Ein Ort, an dem Täter zu viehischen Barbaren und Opfer zur vernichtbaren Objekten herabgewürdigt wurden. Ein Ort, gegen den die Hölle ein angenehmer Platz sein muss. Ein Ort, an dem es keine Moral und keine Menschlichkeit mehr gab. Und an diesem Ort standen zwei Politiker in guter Ausleuchtung und simulierten Anteilnahme. Dann reisten sie wieder ab und beschlossen, noch mehr Judenhasser ins Land zu lassen. Es widert mich nur noch an.


