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Interview mit einem Spezialeinheitsmitglied
10. Dezember 2022
...sein gefährlichster Job
Mit viel Müh und Not, selbstgebackenen Plätzchen und Bestechungsmandarinen ist es mir gelungen, einen der 3.000 SEK-Männer zu interviewen, der am größten Anti-Terror-Einsatz in der Geschichte der noch jungen Buntrepublik zu interviewen. Mahmut K. war dabei, als die Festung von Frau Birgit Malsack-Winkemann am frühen Morgen des 7.12.2022 erstürmt wurde. Mahmut K. möchte natürlich unbekannt bleiben, weswegen ich hier seine Aussagen mit einer Stimmverzerrung zitieren werde.
Herr Kandahar, Sie waren an der Erstürmung der Wohnfestung von Frau Birgit Dingenskirchen beteiligt?
Ja.
Wann war Ihnen bekannt, dass Sie zu dieser Anti-Terror-Aktion kommandiert werden würden?
Wir bekamen vor 14 Tagen ein Einladungsschreiben vom Innenministerium, in dem etwas kryptisch von „einer ganz großen Nummer“ die Rede war und dass nur Freiwillige für einen hochgefährlichen Spezialeinsatz gesucht würden. Da habe ich nicht lange nachgedacht, das mache ich nie, deswegen bin ich ja bei der Polizei, und habe zugesagt!
Was war Ihr erster Gedanke, als Sie am Einsatzort ankamen?
Mein Gott, wie dreckig und ungepflegt sieht es denn hier aus?
Am Einsatzort?
Nein, in Ihrem Büro! Am Einsatzort war mehr so mittel. Reiheneckhaus. Kenne ich ja von meinen Eltern. Wir sind in sehr ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen.
Was geschah dann?
Nun, ich habe mir meine Sturmhaube übergezogen und mich mit Polizeiobermeisterin Lena dem Haus der Verdächtigen genähert.
Hatten Sie Sorge, von dem Einsatz nicht zurückzukehren?
Nein.
Nicht. Na gut. Wie ging es dann weiter?
Ich habe geklingelt und geklingelt und da war dann eine Stimme von einer Frau an der Gegensprechanlage, die so etwas wie „HimmelarschundZwirn, was ist denn los?“ sagte und da habe ich gesagt: „Polizei! Machen Sie sofort die Türe auf, sonst passiert was Schlimmes!“
Und dann?
Polizeiobermeisterin Lena ging in Deckung und hielt mir den Rücken frei. Eine etwas dickliche, ältere Frau im Bademantel öffnete mir und ich drängte mich an ihr vorbei in den Flur.
War das ein Ergebnis Ihres Spezialtrainings?
Ja, ich war in jungen Jahren mal Vermögensberater!
Was geschah dann?
Der verdammte Pudel der Frau hat mich angekläfft, also habe ich in durch die offene Wohnzimmertüre geschossen.
Sie haben den Hund erschossen?
Nein – geschossen. Ins obere linke Türeck. Dann habe ich die Frau angebrüllt, dass dies eine Hausdurchsuchung ist und sie sich mit den Händen an die Wand stützen soll!
Und dann?
Naja, sie stand an der Wand mit den Händen auf dem Spiegel vor der Schuhkommode und ich habe den Kameraden zugerufen, dass alles safe ist! Dann haben wir mit 10 Mann das Haus gestürmt, während sich von oben die Kameraden der GSG9 aus einem Hubschrauber abgeseilt haben. Ich habe dann eine Blend- und Rauchgranate geworfen, um das Überraschungsmoment auszunutzen.
Überraschungsmoment? Sie waren doch schon im Haus?
Ja, aber ich wollte die Reporter draußen überraschen. Die mögen es, wenn es zischt, wummst und knallt!
Wie ging es weiter?
Die dicke Frau hat geflucht und etwas von „Freiheitsberaubung“ gelabert und „Nazi“ gerufen, aber das tun sie immer. Lena hat ihr dann die Hände auf den Rücken und Handschellen angelegt und ich habe mir den Köter geschnappt und vor die Türe geworfen. Direkt vor den Leitwolf der Hundestaffel. War ein kurzes Gefecht.
Danach haben Sie das Haus durchsucht. Haben Sie Waffen gefunden?
Jede Menge. Beispielsweise ein Küchenmesser. Und zwei Schöpfkellen. Und zehn Büchsen Dosenravioli. Und eine Kinderarmbrust mit gefährlichen Stöpselpfeilen. Die Frau meinte, die gehöre ihrem Enkel, als ich sie aber ausgefragt habe, hat sie wohl gespannt, dass wir als nächstes eine Razzia bei ihrem Enkel machen würden und dann zugegeben, dass es ihre Stöpselarmbrust ist.
Was geschah dann?
Wir haben alles, was entweder gefährlich oder essbar aussah, mitgenommen, die Kamerad:Innen hatten ja noch kein Frühstück gehabt und Lena hat dann auf der Senseo Kaffee für alle gekocht.
Das war das Ende des Einsatzes?
Nicht ganz, die Pads haben nicht für alle gereicht, ich bin dann rüber in den 24-Stunden Rewe und hab noch Pads gekauft. Wir haben dann noch ein bisschen die Wohnung verwüstet, damit es nach mehr Action aussieht und sind dann in die Dienststelle. Das wars.
Klingt alles sehr gefährlich! Glück, dass Sie überlebt haben. Ich wünsche Ihnen auch künftig alles Gute und dass sie weiter heil bleiben!
Heil? Geben Sie mir Ihre Adresse!

Ist das nicht süß? Wirklich zuckersüß, wie sie jetzt alle springen, tanzen und singen? Da kommt so ein Ami aus Amirika zur Münchner Sicherheitskonferenz und hält den bei Häppchen und Sekt versammelten grauen Köpfen der europäischen Nomenklatura einen 20-minütigen, freien und fehlerlosen Vortrag über Demokratie und Mehrheiten, verzwergt seine Zuhörer und deklassiert sie und landauf landab fliegen die geohrfeigten Köpfe der Brandmaurer. Da stellt sich dann ausgerechnet ein ausgebildeter Neo-Sozialist wie der Bundespräsident, der vor nicht einmal 12 Monaten den amtierenden Präsidenten der USA als „Hassprediger“ abgekanzelt hat, hin und verbittet sich eine Einmischung der Amerikaner in die lautere und tadellose Demokratie der Schwachkopf-Anzeiger, „So-Done“-Betreiber und Morgens-aus-dem-Bett-Klingler. Da sind sie alle ganz aufgeregt, die, die nicht müde wurden, zu beteuern, dass mit Donald Trump das absolut Böse ins Weiße Haus einziehen wird. Die den altersschwachen Joe Biden zu einem stolzen Führer der freien Welt mit dem absoluten Überblick verklärten, um gleich anschließend Kamala Harris zu einer Lichtgestalt zu verklären, die den Heiligenschein Jesu um Milliarden Lux überstrahlte. Diese Politiker und Medien beschweren sich nun wie mit der Hand in der Keksdose ertappte Kinder über eine Rede, die ihnen, den Führern des Wertewestens und des freiesten und buntesten und diversesten Europas, das es je seit der Belagerung Konstantinopels gab, die demokratischen Leviten liest. Witzig – während ich diese Zeilen schreibe, lese ich auf X, dass der Rechtsanwalt Markus Roscher zu 3.000,- € Geldstrafe verurteilt wurde, weil er in einem Tweet Habeck, Scholz und Baerbock für das Heizungsgesetz als „boshafte Versager“ bezeichnet hat. Sein Waffenschein steht nun wegen „Unzuverlässigkeit“ ebenfalls zur Diskussion. Außerdem muss er im „Wiederholungsfall“ – nämlich, dass er die Genannten „in ihrem öffentlichen Wirken erheblich beeinträchtigt“ – damit rechnen, dass ihm der Entzug seiner Anwaltslizenz droht. Außerdem wurde er gewarnt, dass er im Einspruchsverfahren mit einer noch höheren Geldstrafe rechnen müsste. Sieht so die Meinungsfreiheit „unserer Demokratie“ aus? Das exakt ist es, was Vance mit seiner Rede gemeint hat. Und was unsere Politisierenden und die geneigten Medien vehement und ganz wehrhaft mit wedelnden Armen abstreiten. „Keine Meinungsfreiheit? Stimmt ja gar nicht! Halt die Fresse!“ Ich mag die AfD nicht. Ich finde sie zu wenigstens 60% ganz schrecklich, weil da auch ganz schreckliche Leute mitmachen, deren Stammtische ich schon in Jugendtagen gemieden habe, obwohl es die da noch gar nicht gab. Das spielt in einer Demokratie aber keine Rolle, wen ich mag oder nicht mag. Ich persönlich finde Grüne und Linke noch viel schrecklicher, radikaler und ja – auch gewalttätiger. Erst recht, wenn sie 1933 als Rechtfertigung für Zerstörung und Körperverletzung als Alibi heranziehen. Aber ebenso, wie ich die Einen ertragen muss, muss ich auch die anderen ertragen. Und, als Demokrat, bestenfalls mit beiden reden, weil sie vielleicht ja doch einen Punkt haben. Außerdem ist es unfair und undemokratisch, eine 20%-Partei in ihrer parlamentarischen Arbeit zu behindern und ihnen ihrer Partei zustehende Posten zu verweigern oder Gesetze und Regeln so elegant hinzubiegen, dass sie keine Chance haben, für das Geld, das sie auch von ihren Wählern bekommen, Ihren Job zu machen. Unser Grundgesetz (dessen Hochhalten in Corona bereits bestraft wurde) sieht keine „guten“ und „schlechten“ Wählerstimmen vor. Es gibt schlicht keine Abstufung. Vance hat nichts anderes gesagt als seinerzeit Gorbatschow zu den Betonköpfen im Politbüro: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Wer sich nicht um die Anliegen von mindestens 20% - eigentlich aber sogar mehr als 50% aller Wähler kümmert (ja, wir reden hier von illegaler Migration und Union und AfD gemeinsam), der darf sich dann auch nicht wundern, wenn die eigene, überhebliche Arroganz gegenüber dem Wahlvolk, das die ganze Butze finanziert, zur eigenen Abwahl führt. Es ist das tiefste Wesen einer Demokratie, dass es keinen Adel und keine Kaste gibt und das Volk seine Regierungen bei Nichtbeachtung abwählen und einer neuen Regierung eine neue Chance geben kann, darf, soll und – im Eigeninteresse – sogar muss. Nichts anderes hat Vance versucht, seinen europäischen Gesprächspartnern, die nun gemeinsam mit den ihnen gewogenen Medien aufgeregt flügelschlagend umeinanderkreisen, klarzumachen. Und als Antwort bekommt er – und wir – unter dem Strich die gleiche Antwort, die seinerzeit Honecker gab: „Unsere Demokratie in ihrem Lauf halten weder Trump noch Vance auf“. Flankiert von dem üblichen Gesülze von Trump als Sith-Lord mit Musk und Vance als böse Palatine. Die glauben das wirklich! Außerdem hat Vance mit Weidel und Merz gesprochen. GESPROCHEN! Sie haben richtig gelesen. Die Amerikaner haben glasklar erkannt, dass mit der EU und den Wichtigtuern der deutschen Regierungsparteien schlicht „kein Staat“ zu machen ist. „America first“ heißt auch „Europe second“ und die Rede von Vance und die Reaktionen darauf haben tatsächlich gezeigt, mit welchen eitlen und wichtigtuerischen Wichten wir es in „unserer Demokratie“ zu tun haben. Wird sich aber nun etwas ändern? Natürlich nicht. Die europäischen Kleinmächte mit ihren zappeligen Demokratieminderleistern werden sich einigeln und hoffen, dass die nächsten vier Jahre Trump und dann vielleicht vier Jahre Vance an ihnen wie ein Gewittersturm vorüberziehen werden. An uns als Wählern liegt es, ob dies so sein wird.

Haben Sie die Bilder gesehen? Robert Habeck hat eines verbreitet, Olaf Scholz ein anderes. Robert Habeck war nämlich in Auschwitz. Aber nur als Besucher. Olaf Scholz auch, auch als Tourist. Auf dem Bild Robert Habecks sieht man ihn aus der Rückenansicht, wie er zwischen einem Gebäude (dem Krematorium?) und zwei Stacheldrahtzäunen, ganz allein, fast einsam, entlangflaniert. Das ganze Bild, in einen orangen Filter getaucht, erinnert stark an die „Jever“-Werbung. Ein Mann. Seine Gedanken. Ein KZ. Veröffentlicht hat Robert Habeck das Bild auf X mit dem Untertext: „Heute, am 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, habe ich in Polen das Stammlager I und später das Konzentrations- und Vernichtungslager in Auschwitz-Birkenau besucht. Neben dem offiziellen Teil gab es auch ein paar Momente allein. Ich brauche dazu nichts zu sagen, denke ich.“ Ein paar Momente. Allein. Robert Habeck mit sich selbst. Und dem Kameramann. Und den Personenschützern. Möglicherweise auch mit seinem Social-Media-Team und seinem Wahlkampfteam. Aber allein. Hauptsache allein. Mit seinen Gedanken. Und die teilt er mit, indem er sie nicht mitteilt. So isser, unser Robert, gell? So ein eigentlich stiller, besinnlicher und, ja, auch tief philosophischer Typ. Ich kann mich nicht gegen meine Phantasie wehren. Ich sehe mich mit Robert Habeck und seinem Team da, in dieser Todesgasse stehen und das, was wie ein Schnappschuss – welch grässliches Wort in einem Konzentrationslager – aussieht, inszenieren: „Robert, wir machen das von hinten. Wie in der Werbung. Geh ein paar Schritte nach da. Nicht umdrehen, Robert, NICHT UMDREHEN, HERRGOTT, ja, so isses gut, Stimmt das Licht, Malte? Klasse. Nicht so weit weg, Robert, es muss zufällig aussehen und wir können das Stativ und das Licht nicht hinter Dir hertragen. Geh nochmal so… JA, PASST, IS IM KASTEN! Super Robert, das wird ein Kracher!“ Ein Hauch von Bierwerbung weht durch das Bild: Wie das KZ, so das Jever. Ich weiß nicht, ob er oder Olaf Scholz schneller war, unser Kanzler ließ sich von hinten insze… fotografieren, wie er vor einem der Öfen im Krematorium steht. Mittig. Im gedämpften Licht. Besinnlich und sich besinnend. Ob er da ein Gebet gesprochen hat? Man weiß es nicht, aber die Bildkomposition ist sehr schön, sehr symmetrisch. Da hat das Fotografierende gut mitgedacht. Diesen beiden Typen ist das vielleicht grausigste und grausamste Vernichtungslager der Welt nicht zu schade, um sich zu Wahlkampf- und Eigendarstellungszwecken optisch hübsch in Szene zu setzen, um einen auf „besinnlich“ zu machen. Das, was vor Ort passiert ist, wo Menschen verprügelt, verreckt und schlussendlich vergast wurden, wird heute von ganz aufrecht unserdemokratischen Politikern zur Gruselkulisse für nicht hässliche Bilder, zum „Auschwitzland“ für professionelles Trauern herabgewürdigt. Wahres und echtes Gedenken braucht keine Pressefotografen, sondern Ruhe und Geschichtsbewusstsein, was ich mit einem Pulk von Fotografen, Security und Begleitentourage für höchst schwierig halte. Beide Bilder haben einen bitteren Beigeschmack von „Halloho? Ich trauere und bin nachdenklich! Seht Ihr, wie ich trauere? Seht Ihr es? Kinners, hierher, ich trauere! Guck, da der Ofen, da der Stacheldraht, schrecklich. Soll ich nochmal im Halbprofil…?“ Es gibt vielleicht noch eine Handvoll Leute, die aus Auschwitz entkommen und bewusst erzählen können, wie es war und auch sie werden bald gestorben sein. Wer als 10-jähriger da hinkam und überlebte, ist spätestens 1935 geboren und heute 90 Jahre alt. In zehn bis zwanzig Jahren wird die Erinnerung an den Holocaust nur noch virtuell in Filmen und Literatur gegenwärtig sein, da es keine Zeitzeugen mehr gibt, die das Monströse dieses Ortes aus eigener Anschauung vermitteln können. Dann wird Auschwitz endgültig zur Gedenkkulisse von Politikern herabgewürdigt werden, wenn die Museumsleitung hier nicht eingreift. Eigentlich sollte auf dem gesamten Gelände ein Fotografier-Verbot herrschen. Auch und besonders für Politiker. Das ist kein Ort, um Besinnlichkeit zu heucheln und publikumswirksame Bilder zu schießen. Oder lustige Selfies für Instagram und Tiktok zu machen. Was kommt als Nächstes? „My friends went to Auschwitz and all I got was this lousy T-Shirt“? Das ist Auschwitz. Der Ort eines der größten Verbrechen der Menschheit. Ein Ort, an dem Täter zu viehischen Barbaren und Opfer zur vernichtbaren Objekten herabgewürdigt wurden. Ein Ort, gegen den die Hölle ein angenehmer Platz sein muss. Ein Ort, an dem es keine Moral und keine Menschlichkeit mehr gab. Und an diesem Ort standen zwei Politiker in guter Ausleuchtung und simulierten Anteilnahme. Dann reisten sie wieder ab und beschlossen, noch mehr Judenhasser ins Land zu lassen. Es widert mich nur noch an.


