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Den Influenza hats erwischt
Thilo Schneider • 23. November 2021
Blaue Haare bieten keinen 100%tigen Schutz!

Liebe Mitlesende: Diesen Artikel widme ich einem der größten Geister dieser Republik (wobei dieser Titel heute nicht mehr viel bedeutet), einem Fanal der Jugendkultur und der Joghurtbecherrecycler und Elektrotretrollernden. Einem Fackelträger der gepflegten Sprache und Idol aller blinden Friseure, denn eine schreckliche Nachricht hat mich gestern erreicht:
Jo guys, irgendwie flashed mich das jetzt schon a little bit, zumal Master Rezo auf Insta vor fourteen days in his story ein pic geuploaded hot, das se blue Brain anyhow sitting on se floor in Kotze und Pisse showed, das er mit „Nach zwei Jahren endlich mal wieder Party gemacht“ in einigermaßen understandable German underwritten hat. Jo Rezo, what ist da f*ck up, did you sink, der Vacci-juice makes Dich zum unvunerable Superhero? Hey, jo, man-with-hat, da bist Du offensightlich 1 error aufgesittet. Da hätte es doch bei Dir einen red alert geben müssen. Jetzt ist der Drop natürlich gesucked und wis Coroner is dahome hocking nur halb of se Fun.
What me surprises is, dass Rezo in seinem Claim wrotes, dass er „in seinem erwachsenen Leben“ (eigentlich müsste es „Erwachsenenleben“ heißen, aber wir wollen unseren Landeskindern gegenüber Nachsicht üben) „noch nie so krank war“. Charmant daran ist, dass sich Rezo selbst als „Erwachsener“ definiert. Ich hätte ihn eher als „transchronologisch“ oder „altersfluide“ bezeichnet, da er mir wie ein 15-Jähriger im Körper eines mutmaßlichen Anfangsdreißigers vorkommt. Rezo-Kid holds sein Birthyear gohome. Sure is nur, dass er an einem August 14th auf die Earth gedropped wurde.
Es ist natürlich schon cringe und unstylish, dass er den Shot bekommen has. Zeigte unser Lieblings-Destroyer doch noch vor einigen month pictures, auf denen er, Achtung, totally funny nau, aus Snow einen Pimmel gebuilded had, checkt simply den link aus. Außerdem muss so ein hipper und kentucky-fried-chicker Influenza aber auch from something liven, jo Bro? Und was taked er, wenn er sich nicht gerade den Head mit Ibuprofen oder Biontech-juice wegballert? Correct Lan: Yfood! Den hippen Drink aus der Plastic-Bottle, to hundred percent recyclebar, now auch in Veggie-Style. Der Drink for all young hipsters, die gerne sneakerstylish in modern jang closes anywhere abchillen (Herrgott, bin ich dankbar, wenn dieser Artikel zu Ende ist). Denn what sayd the blue-haired master abaut sät, before se pandemia was strecking him down and dropped ihn on se Krankenläger? „Die Leute aus meinem Stream wissen schon, dass ich aktuell ohne @yfood kaum überleben würde.“ Nun, natürlich kickt ihm da Corona trotz Double-Shot die Legs weg.
Denn: „Das ist praktisch eine Mahlzeit zum trinken, wenn man gerade viel unterwegs ist oder einfach nicht zum Kochen kommt (…weil man besoffen auf dem Boden hockt?). Also einfach mein Leben.“ Ja holy crap! Sapper a lot! Saufen bis zum Umfallen und Astronautennahrung für „ich programmiere Apps, wenn ich nicht gerade Skateboard curve“- Bewohner von Wokistan sind nun einmal nicht das, was Ernährungswissenschaftler als „healthy“ bezeichnen würden, da mag der krasse Stuff noch so hüpf und veggie sein. Da muss er sich nicht Stevie Wondern, der Rezo.
Ich möchte gar nicht knowen, was happened wäre, when Rezo den nicen Vacci-Juice nicht in den Arterien gehabt hätte! Womöglich hätte er den Spoon off se Intensiv-Bahnhof abgegeben. Dann hätte er ja gar nichts mehr zerstören oder bewerben können! Das hätte den Leek und mich echt abgemeiert, weil er sich die radish from below ongeseen hätte und ich dann hier einen Aftercall hätte droppen müssen. Und im Aftercallwriten bin ich echt totally bad, weil mir die destinys der people eben nicht einfach so am longer Back vorbeisurfen.
Falls She, liever Leser, jetzt so garnothing with diesen Words onbeginnen konnten, don´t gräm you: You are simply old und Sie verstehen se Jungendsprache not more. Leanen Sie sich also back und chillen Sie so hart ab wie die Russkis bei Torgau ´45. Sie mussten das ja nur lesen – ich musste das schreiben! Ich habe mir also Ihr pity sour verdient, folks!
So! Aus diesem Grounde wisch we all dem nicen Rezo from here aus und from mir aus all good und eine nice bettering. Möge er noch long liven und den Cacao, den er anrührt, einst auch selver drinken mussten. Ifwell – does he ja now schon. Geld-Spends and greetings and kisses on him sind stets warmly welcome! Das war me jetzt ein real Onlaying.
Rezo hat es erwischt. Der blaublondierte Käppchenträger und Hütchenspieler, der selbsternannte „Zerstörer der CDU“ (als ob es da noch etwas zu zerstören gäbe) hat, man höre und staune, Corona. Obwohl der doppelt eingeimpft ist. Denn wie verkündet der Meister der Extrasonderschulklasse in seinen wirklich eigenen Worten, da diese kein anderer benutzt? „Jo Guys, ich hab Corona. Keine Sorge: Mir geht's eigentlich wieder ein ganzes Stück besser!“ Und weiter führt der Berufspubertierende aus: „Trotzdem: Ich war in meinem erwachsenen Leben noch nie so krank und bin froh, dass ich geimpft bin, sonst hätte mich das wahrscheinlich anders weggekickt.“
Jo guys, irgendwie flashed mich das jetzt schon a little bit, zumal Master Rezo auf Insta vor fourteen days in his story ein pic geuploaded hot, das se blue Brain anyhow sitting on se floor in Kotze und Pisse showed, das er mit „Nach zwei Jahren endlich mal wieder Party gemacht“ in einigermaßen understandable German underwritten hat. Jo Rezo, what ist da f*ck up, did you sink, der Vacci-juice makes Dich zum unvunerable Superhero? Hey, jo, man-with-hat, da bist Du offensightlich 1 error aufgesittet. Da hätte es doch bei Dir einen red alert geben müssen. Jetzt ist der Drop natürlich gesucked und wis Coroner is dahome hocking nur halb of se Fun.
What me surprises is, dass Rezo in seinem Claim wrotes, dass er „in seinem erwachsenen Leben“ (eigentlich müsste es „Erwachsenenleben“ heißen, aber wir wollen unseren Landeskindern gegenüber Nachsicht üben) „noch nie so krank war“. Charmant daran ist, dass sich Rezo selbst als „Erwachsener“ definiert. Ich hätte ihn eher als „transchronologisch“ oder „altersfluide“ bezeichnet, da er mir wie ein 15-Jähriger im Körper eines mutmaßlichen Anfangsdreißigers vorkommt. Rezo-Kid holds sein Birthyear gohome. Sure is nur, dass er an einem August 14th auf die Earth gedropped wurde.
Es ist natürlich schon cringe und unstylish, dass er den Shot bekommen has. Zeigte unser Lieblings-Destroyer doch noch vor einigen month pictures, auf denen er, Achtung, totally funny nau, aus Snow einen Pimmel gebuilded had, checkt simply den link aus. Außerdem muss so ein hipper und kentucky-fried-chicker Influenza aber auch from something liven, jo Bro? Und was taked er, wenn er sich nicht gerade den Head mit Ibuprofen oder Biontech-juice wegballert? Correct Lan: Yfood! Den hippen Drink aus der Plastic-Bottle, to hundred percent recyclebar, now auch in Veggie-Style. Der Drink for all young hipsters, die gerne sneakerstylish in modern jang closes anywhere abchillen (Herrgott, bin ich dankbar, wenn dieser Artikel zu Ende ist). Denn what sayd the blue-haired master abaut sät, before se pandemia was strecking him down and dropped ihn on se Krankenläger? „Die Leute aus meinem Stream wissen schon, dass ich aktuell ohne @yfood kaum überleben würde.“ Nun, natürlich kickt ihm da Corona trotz Double-Shot die Legs weg.
Denn: „Das ist praktisch eine Mahlzeit zum trinken, wenn man gerade viel unterwegs ist oder einfach nicht zum Kochen kommt (…weil man besoffen auf dem Boden hockt?). Also einfach mein Leben.“ Ja holy crap! Sapper a lot! Saufen bis zum Umfallen und Astronautennahrung für „ich programmiere Apps, wenn ich nicht gerade Skateboard curve“- Bewohner von Wokistan sind nun einmal nicht das, was Ernährungswissenschaftler als „healthy“ bezeichnen würden, da mag der krasse Stuff noch so hüpf und veggie sein. Da muss er sich nicht Stevie Wondern, der Rezo.
Ich möchte gar nicht knowen, was happened wäre, when Rezo den nicen Vacci-Juice nicht in den Arterien gehabt hätte! Womöglich hätte er den Spoon off se Intensiv-Bahnhof abgegeben. Dann hätte er ja gar nichts mehr zerstören oder bewerben können! Das hätte den Leek und mich echt abgemeiert, weil er sich die radish from below ongeseen hätte und ich dann hier einen Aftercall hätte droppen müssen. Und im Aftercallwriten bin ich echt totally bad, weil mir die destinys der people eben nicht einfach so am longer Back vorbeisurfen.
Falls She, liever Leser, jetzt so garnothing with diesen Words onbeginnen konnten, don´t gräm you: You are simply old und Sie verstehen se Jungendsprache not more. Leanen Sie sich also back und chillen Sie so hart ab wie die Russkis bei Torgau ´45. Sie mussten das ja nur lesen – ich musste das schreiben! Ich habe mir also Ihr pity sour verdient, folks!
So! Aus diesem Grounde wisch we all dem nicen Rezo from here aus und from mir aus all good und eine nice bettering. Möge er noch long liven und den Cacao, den er anrührt, einst auch selver drinken mussten. Ifwell – does he ja now schon. Geld-Spends and greetings and kisses on him sind stets warmly welcome! Das war me jetzt ein real Onlaying.

Ist das nicht süß? Wirklich zuckersüß, wie sie jetzt alle springen, tanzen und singen? Da kommt so ein Ami aus Amirika zur Münchner Sicherheitskonferenz und hält den bei Häppchen und Sekt versammelten grauen Köpfen der europäischen Nomenklatura einen 20-minütigen, freien und fehlerlosen Vortrag über Demokratie und Mehrheiten, verzwergt seine Zuhörer und deklassiert sie und landauf landab fliegen die geohrfeigten Köpfe der Brandmaurer. Da stellt sich dann ausgerechnet ein ausgebildeter Neo-Sozialist wie der Bundespräsident, der vor nicht einmal 12 Monaten den amtierenden Präsidenten der USA als „Hassprediger“ abgekanzelt hat, hin und verbittet sich eine Einmischung der Amerikaner in die lautere und tadellose Demokratie der Schwachkopf-Anzeiger, „So-Done“-Betreiber und Morgens-aus-dem-Bett-Klingler. Da sind sie alle ganz aufgeregt, die, die nicht müde wurden, zu beteuern, dass mit Donald Trump das absolut Böse ins Weiße Haus einziehen wird. Die den altersschwachen Joe Biden zu einem stolzen Führer der freien Welt mit dem absoluten Überblick verklärten, um gleich anschließend Kamala Harris zu einer Lichtgestalt zu verklären, die den Heiligenschein Jesu um Milliarden Lux überstrahlte. Diese Politiker und Medien beschweren sich nun wie mit der Hand in der Keksdose ertappte Kinder über eine Rede, die ihnen, den Führern des Wertewestens und des freiesten und buntesten und diversesten Europas, das es je seit der Belagerung Konstantinopels gab, die demokratischen Leviten liest. Witzig – während ich diese Zeilen schreibe, lese ich auf X, dass der Rechtsanwalt Markus Roscher zu 3.000,- € Geldstrafe verurteilt wurde, weil er in einem Tweet Habeck, Scholz und Baerbock für das Heizungsgesetz als „boshafte Versager“ bezeichnet hat. Sein Waffenschein steht nun wegen „Unzuverlässigkeit“ ebenfalls zur Diskussion. Außerdem muss er im „Wiederholungsfall“ – nämlich, dass er die Genannten „in ihrem öffentlichen Wirken erheblich beeinträchtigt“ – damit rechnen, dass ihm der Entzug seiner Anwaltslizenz droht. Außerdem wurde er gewarnt, dass er im Einspruchsverfahren mit einer noch höheren Geldstrafe rechnen müsste. Sieht so die Meinungsfreiheit „unserer Demokratie“ aus? Das exakt ist es, was Vance mit seiner Rede gemeint hat. Und was unsere Politisierenden und die geneigten Medien vehement und ganz wehrhaft mit wedelnden Armen abstreiten. „Keine Meinungsfreiheit? Stimmt ja gar nicht! Halt die Fresse!“ Ich mag die AfD nicht. Ich finde sie zu wenigstens 60% ganz schrecklich, weil da auch ganz schreckliche Leute mitmachen, deren Stammtische ich schon in Jugendtagen gemieden habe, obwohl es die da noch gar nicht gab. Das spielt in einer Demokratie aber keine Rolle, wen ich mag oder nicht mag. Ich persönlich finde Grüne und Linke noch viel schrecklicher, radikaler und ja – auch gewalttätiger. Erst recht, wenn sie 1933 als Rechtfertigung für Zerstörung und Körperverletzung als Alibi heranziehen. Aber ebenso, wie ich die Einen ertragen muss, muss ich auch die anderen ertragen. Und, als Demokrat, bestenfalls mit beiden reden, weil sie vielleicht ja doch einen Punkt haben. Außerdem ist es unfair und undemokratisch, eine 20%-Partei in ihrer parlamentarischen Arbeit zu behindern und ihnen ihrer Partei zustehende Posten zu verweigern oder Gesetze und Regeln so elegant hinzubiegen, dass sie keine Chance haben, für das Geld, das sie auch von ihren Wählern bekommen, Ihren Job zu machen. Unser Grundgesetz (dessen Hochhalten in Corona bereits bestraft wurde) sieht keine „guten“ und „schlechten“ Wählerstimmen vor. Es gibt schlicht keine Abstufung. Vance hat nichts anderes gesagt als seinerzeit Gorbatschow zu den Betonköpfen im Politbüro: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Wer sich nicht um die Anliegen von mindestens 20% - eigentlich aber sogar mehr als 50% aller Wähler kümmert (ja, wir reden hier von illegaler Migration und Union und AfD gemeinsam), der darf sich dann auch nicht wundern, wenn die eigene, überhebliche Arroganz gegenüber dem Wahlvolk, das die ganze Butze finanziert, zur eigenen Abwahl führt. Es ist das tiefste Wesen einer Demokratie, dass es keinen Adel und keine Kaste gibt und das Volk seine Regierungen bei Nichtbeachtung abwählen und einer neuen Regierung eine neue Chance geben kann, darf, soll und – im Eigeninteresse – sogar muss. Nichts anderes hat Vance versucht, seinen europäischen Gesprächspartnern, die nun gemeinsam mit den ihnen gewogenen Medien aufgeregt flügelschlagend umeinanderkreisen, klarzumachen. Und als Antwort bekommt er – und wir – unter dem Strich die gleiche Antwort, die seinerzeit Honecker gab: „Unsere Demokratie in ihrem Lauf halten weder Trump noch Vance auf“. Flankiert von dem üblichen Gesülze von Trump als Sith-Lord mit Musk und Vance als böse Palatine. Die glauben das wirklich! Außerdem hat Vance mit Weidel und Merz gesprochen. GESPROCHEN! Sie haben richtig gelesen. Die Amerikaner haben glasklar erkannt, dass mit der EU und den Wichtigtuern der deutschen Regierungsparteien schlicht „kein Staat“ zu machen ist. „America first“ heißt auch „Europe second“ und die Rede von Vance und die Reaktionen darauf haben tatsächlich gezeigt, mit welchen eitlen und wichtigtuerischen Wichten wir es in „unserer Demokratie“ zu tun haben. Wird sich aber nun etwas ändern? Natürlich nicht. Die europäischen Kleinmächte mit ihren zappeligen Demokratieminderleistern werden sich einigeln und hoffen, dass die nächsten vier Jahre Trump und dann vielleicht vier Jahre Vance an ihnen wie ein Gewittersturm vorüberziehen werden. An uns als Wählern liegt es, ob dies so sein wird.

Haben Sie die Bilder gesehen? Robert Habeck hat eines verbreitet, Olaf Scholz ein anderes. Robert Habeck war nämlich in Auschwitz. Aber nur als Besucher. Olaf Scholz auch, auch als Tourist. Auf dem Bild Robert Habecks sieht man ihn aus der Rückenansicht, wie er zwischen einem Gebäude (dem Krematorium?) und zwei Stacheldrahtzäunen, ganz allein, fast einsam, entlangflaniert. Das ganze Bild, in einen orangen Filter getaucht, erinnert stark an die „Jever“-Werbung. Ein Mann. Seine Gedanken. Ein KZ. Veröffentlicht hat Robert Habeck das Bild auf X mit dem Untertext: „Heute, am 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, habe ich in Polen das Stammlager I und später das Konzentrations- und Vernichtungslager in Auschwitz-Birkenau besucht. Neben dem offiziellen Teil gab es auch ein paar Momente allein. Ich brauche dazu nichts zu sagen, denke ich.“ Ein paar Momente. Allein. Robert Habeck mit sich selbst. Und dem Kameramann. Und den Personenschützern. Möglicherweise auch mit seinem Social-Media-Team und seinem Wahlkampfteam. Aber allein. Hauptsache allein. Mit seinen Gedanken. Und die teilt er mit, indem er sie nicht mitteilt. So isser, unser Robert, gell? So ein eigentlich stiller, besinnlicher und, ja, auch tief philosophischer Typ. Ich kann mich nicht gegen meine Phantasie wehren. Ich sehe mich mit Robert Habeck und seinem Team da, in dieser Todesgasse stehen und das, was wie ein Schnappschuss – welch grässliches Wort in einem Konzentrationslager – aussieht, inszenieren: „Robert, wir machen das von hinten. Wie in der Werbung. Geh ein paar Schritte nach da. Nicht umdrehen, Robert, NICHT UMDREHEN, HERRGOTT, ja, so isses gut, Stimmt das Licht, Malte? Klasse. Nicht so weit weg, Robert, es muss zufällig aussehen und wir können das Stativ und das Licht nicht hinter Dir hertragen. Geh nochmal so… JA, PASST, IS IM KASTEN! Super Robert, das wird ein Kracher!“ Ein Hauch von Bierwerbung weht durch das Bild: Wie das KZ, so das Jever. Ich weiß nicht, ob er oder Olaf Scholz schneller war, unser Kanzler ließ sich von hinten insze… fotografieren, wie er vor einem der Öfen im Krematorium steht. Mittig. Im gedämpften Licht. Besinnlich und sich besinnend. Ob er da ein Gebet gesprochen hat? Man weiß es nicht, aber die Bildkomposition ist sehr schön, sehr symmetrisch. Da hat das Fotografierende gut mitgedacht. Diesen beiden Typen ist das vielleicht grausigste und grausamste Vernichtungslager der Welt nicht zu schade, um sich zu Wahlkampf- und Eigendarstellungszwecken optisch hübsch in Szene zu setzen, um einen auf „besinnlich“ zu machen. Das, was vor Ort passiert ist, wo Menschen verprügelt, verreckt und schlussendlich vergast wurden, wird heute von ganz aufrecht unserdemokratischen Politikern zur Gruselkulisse für nicht hässliche Bilder, zum „Auschwitzland“ für professionelles Trauern herabgewürdigt. Wahres und echtes Gedenken braucht keine Pressefotografen, sondern Ruhe und Geschichtsbewusstsein, was ich mit einem Pulk von Fotografen, Security und Begleitentourage für höchst schwierig halte. Beide Bilder haben einen bitteren Beigeschmack von „Halloho? Ich trauere und bin nachdenklich! Seht Ihr, wie ich trauere? Seht Ihr es? Kinners, hierher, ich trauere! Guck, da der Ofen, da der Stacheldraht, schrecklich. Soll ich nochmal im Halbprofil…?“ Es gibt vielleicht noch eine Handvoll Leute, die aus Auschwitz entkommen und bewusst erzählen können, wie es war und auch sie werden bald gestorben sein. Wer als 10-jähriger da hinkam und überlebte, ist spätestens 1935 geboren und heute 90 Jahre alt. In zehn bis zwanzig Jahren wird die Erinnerung an den Holocaust nur noch virtuell in Filmen und Literatur gegenwärtig sein, da es keine Zeitzeugen mehr gibt, die das Monströse dieses Ortes aus eigener Anschauung vermitteln können. Dann wird Auschwitz endgültig zur Gedenkkulisse von Politikern herabgewürdigt werden, wenn die Museumsleitung hier nicht eingreift. Eigentlich sollte auf dem gesamten Gelände ein Fotografier-Verbot herrschen. Auch und besonders für Politiker. Das ist kein Ort, um Besinnlichkeit zu heucheln und publikumswirksame Bilder zu schießen. Oder lustige Selfies für Instagram und Tiktok zu machen. Was kommt als Nächstes? „My friends went to Auschwitz and all I got was this lousy T-Shirt“? Das ist Auschwitz. Der Ort eines der größten Verbrechen der Menschheit. Ein Ort, an dem Täter zu viehischen Barbaren und Opfer zur vernichtbaren Objekten herabgewürdigt wurden. Ein Ort, gegen den die Hölle ein angenehmer Platz sein muss. Ein Ort, an dem es keine Moral und keine Menschlichkeit mehr gab. Und an diesem Ort standen zwei Politiker in guter Ausleuchtung und simulierten Anteilnahme. Dann reisten sie wieder ab und beschlossen, noch mehr Judenhasser ins Land zu lassen. Es widert mich nur noch an.


