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Ho Ho Ho Weihnachten, Ihr Blödmänner
Thilo Schneider • 4. Januar 2021
Wir kriegen auch das noch kaputt!

Spoileralarm und Warnung: In diesem Artikel geht es zur Sache. Es werden unflätige Kraftausdrücke verwendet werden, die Ihre Harmonie und Ihr Bild von mir möglicherweise beeinträchtigen werden. Aber es muss raus, sorry. Überlegen Sie sich also, ob Sie weiterlesen wollen.
Dass der Staat offensichtlich volljährigen Bürgern Hausarrest gibt… Okay. Bei manchen scheitert der Intellekt ja schon daran, einen Nasen- Mundschutz korrekt aufzuziehen. Wie oft man buchstäblich lange Nasen über den Stofffetzen hängen sieht- ein Trauerspiel. Kaum zu glauben, dass dieses Volk einst den Verbrennungsmotor und die Röntgen-Strahlen entwickelte. Gut, ist so. Aber wäre es nicht zur Weihnachtszeit eine schöne Geste seitens Staat und Regierung gewesen, wenigstens ansatzweise so zu tun, als bedeute das Fest, bei allen Einschränkungen, gesellschaftlich und kulturell noch irgendetwas?
Da darf ein öffentlich-rechtlicher Schmerzkeks wie Böhmermann einen Kinderchor zum Singen über die dieses Jahr weggesperrten Corona-Omas vergewaltigen und in Berlin stellen sie vorm Reichstag einen Weihnachtsbaum auf, den zu besteigen sich sogar die Fäkalienwerfer vom Danni ekeln würden. Das allein genügt aber noch nicht, um dem doofen inhaftierten Weihnachtsdeutschen einen mitzugeben. Die woke ZEIT, das Fachblatt für moralische Freudlosigkeit und zwei erhobene Zeigefinger, präsentiert eine „Glosse“, wie schrecklich doch das Weihnachtsessen ist und zeigt dabei ein Foto, von dem ich vermute, dass es exakt dem Plätzchenteller in der ZEIT-Redaktion entspricht. Selten so nicht gelacht. Um das Bild rund zu machen, steht im Reichsheiligenacht ein weiterer Weihnachtsbaum mit lustigen Coronaviren als Kugelersatz. „Ja, aber aber das haben doch Grunzschulkinder gebastelt, die da ihre Corona-Erfahrung verarbeiten“, maunzt Jana Schimke (CDU), die den Quatsch initiiert hat. Klar.
Grundschulkindern fällt ja zu den Themen Weihnachten und Baum dieses Jahr nur der Corona-Virus ein. Na logens, Jana, alles schick. Kinder, die von alleine auf so eine Idee kommen, sind ein Fall für die Jugendpsychiatrie, nicht für den Reiz-Tag.
Fühle nur ich mich da verarscht? Ich muss quasi das Matheabitur nachholen, um die Familienrichtlinien für Heiligabend zu verstehen und darf mit einem Rechner berechnen, ab wie viel Quadratmetern ich mich mit tödlicher Sicherheit infiziere, während die Damen und Herren Regierenden von der CSU lustig in der Bundestagskantine – der anscheinend letzten geöffneten Kneipe der Republik – ohne Maske herumsitzen und angenehm miteinander plaudern.
Da steht eine Kanzlerin schon fast tränenüberflutet mit einer „im Herzen leid tuenden“ Rede vor dem Bundestag, die die Gefälligkeitsjournaillen später als „emotional“ bezeichnen werden, hat aber kein Problem damit, unmaskiert grinsend im Plenarsaal herumzulaufen. Und ich Depp und Steuerzahler darf nicht einmal einen beknackten Glühwein trinken, weil sonst die Omma stirbt.
Hätte ich vor zwei Jahren den folgenden Plot für einen Thriller vorgestellt – mein Verleger hätte mich achtkantig aus dem Büro getreten: „Die Regierung entwickelt ein Virus, dass in der Hauptsache unproduktive Alte hinwegrafft, weil die jede Menge Geld kosten, gleichzeitig präsentiert sie dann einen Impfstoff dagegen, in dem ein Nano-Chip schwimmt, mit dem sie künftig die Generationen unter 60 schön anpeilen und überwachen kann.“ Eine derart schwachsinnige Idee wäre unter „überbordender Fantasie bis hin zur Paranoia“ weggebucht worden und man hätte mir einen guten Psychologen empfohlen. Mittlerweile stimmt wenigstens das mit dem selektiven und sozialversicherungstechnisch gut aufgestellten Virus. Hoffen wir, dass der zweite Teil tatsächlich paranoid ist. Technisch grundsätzlich machbar dürfte er sein.
Ins Kino oder ins Flugzeug will ich nämlich trotzdem irgendwann wieder. Und das wird nur mit Impfausweis gehen. Rutscht mir den Buckel runter. Im Herbst ist wahrscheinlich Wahl. Wenn den Posen- und Possenreißern nicht noch ein triftiger Grund dagegen einfällt. Das wird witzig.
Okay. Brille ab, Haare ankleben, anschnallen, es ist Winter, wir fahren jetzt miteinander Schlitten:
Dass der Staat offensichtlich volljährigen Bürgern Hausarrest gibt… Okay. Bei manchen scheitert der Intellekt ja schon daran, einen Nasen- Mundschutz korrekt aufzuziehen. Wie oft man buchstäblich lange Nasen über den Stofffetzen hängen sieht- ein Trauerspiel. Kaum zu glauben, dass dieses Volk einst den Verbrennungsmotor und die Röntgen-Strahlen entwickelte. Gut, ist so. Aber wäre es nicht zur Weihnachtszeit eine schöne Geste seitens Staat und Regierung gewesen, wenigstens ansatzweise so zu tun, als bedeute das Fest, bei allen Einschränkungen, gesellschaftlich und kulturell noch irgendetwas?
Da darf ein öffentlich-rechtlicher Schmerzkeks wie Böhmermann einen Kinderchor zum Singen über die dieses Jahr weggesperrten Corona-Omas vergewaltigen und in Berlin stellen sie vorm Reichstag einen Weihnachtsbaum auf, den zu besteigen sich sogar die Fäkalienwerfer vom Danni ekeln würden. Das allein genügt aber noch nicht, um dem doofen inhaftierten Weihnachtsdeutschen einen mitzugeben. Die woke ZEIT, das Fachblatt für moralische Freudlosigkeit und zwei erhobene Zeigefinger, präsentiert eine „Glosse“, wie schrecklich doch das Weihnachtsessen ist und zeigt dabei ein Foto, von dem ich vermute, dass es exakt dem Plätzchenteller in der ZEIT-Redaktion entspricht. Selten so nicht gelacht. Um das Bild rund zu machen, steht im Reichsheiligenacht ein weiterer Weihnachtsbaum mit lustigen Coronaviren als Kugelersatz. „Ja, aber aber das haben doch Grunzschulkinder gebastelt, die da ihre Corona-Erfahrung verarbeiten“, maunzt Jana Schimke (CDU), die den Quatsch initiiert hat. Klar.
Grundschulkindern fällt ja zu den Themen Weihnachten und Baum dieses Jahr nur der Corona-Virus ein. Na logens, Jana, alles schick. Kinder, die von alleine auf so eine Idee kommen, sind ein Fall für die Jugendpsychiatrie, nicht für den Reiz-Tag.
Fühle nur ich mich da verarscht? Ich muss quasi das Matheabitur nachholen, um die Familienrichtlinien für Heiligabend zu verstehen und darf mit einem Rechner berechnen, ab wie viel Quadratmetern ich mich mit tödlicher Sicherheit infiziere, während die Damen und Herren Regierenden von der CSU lustig in der Bundestagskantine – der anscheinend letzten geöffneten Kneipe der Republik – ohne Maske herumsitzen und angenehm miteinander plaudern.
Ich bin es als Bürger der freiesten aller Bundesrepubliken ja gewohnt, ständig angelogen und dafür von den Heuchlern auch noch beschimpft zu werden, wenn ich sie erwische – aber sämtliche oben genannten Vorkommnisse empfinde ich mittlerweile, als würde mir der Staat mit allen seinen piefigen kleinen Vorschriften aus Dank auch noch ins Gesicht spucken, dass ich seinen dümmlichen Anweisungen solidarisch nachkomme. „Hier ist dein Scheiß-Baum mit den Scheiß-Kugeln, Blödmann“, ruft er mir zu, der Staat.
Da steht eine Kanzlerin schon fast tränenüberflutet mit einer „im Herzen leid tuenden“ Rede vor dem Bundestag, die die Gefälligkeitsjournaillen später als „emotional“ bezeichnen werden, hat aber kein Problem damit, unmaskiert grinsend im Plenarsaal herumzulaufen. Und ich Depp und Steuerzahler darf nicht einmal einen beknackten Glühwein trinken, weil sonst die Omma stirbt.
Diese ganze bigotte, verlogene, verkrampfte, ahnungslose und zutiefst bornierte Kaste von Minderleistern wundert sich dann auch noch frech, wenn Leute auf die Straße gehen. Bei der Bundeswehr und im Management empfehlen Coaches „Führen durch Vorbild“, aber dieses eherne Prinzip scheint an den verwählten Volkszertretern vollkommen vorbei gebrettert zu sein. Und die werden nicht einmal dafür belangt oder wenigstens – bis auf die BILD - für ihren Blödsinn öffentlich-rechtlich kritisiert.
Hätte ich vor zwei Jahren den folgenden Plot für einen Thriller vorgestellt – mein Verleger hätte mich achtkantig aus dem Büro getreten: „Die Regierung entwickelt ein Virus, dass in der Hauptsache unproduktive Alte hinwegrafft, weil die jede Menge Geld kosten, gleichzeitig präsentiert sie dann einen Impfstoff dagegen, in dem ein Nano-Chip schwimmt, mit dem sie künftig die Generationen unter 60 schön anpeilen und überwachen kann.“ Eine derart schwachsinnige Idee wäre unter „überbordender Fantasie bis hin zur Paranoia“ weggebucht worden und man hätte mir einen guten Psychologen empfohlen. Mittlerweile stimmt wenigstens das mit dem selektiven und sozialversicherungstechnisch gut aufgestellten Virus. Hoffen wir, dass der zweite Teil tatsächlich paranoid ist. Technisch grundsätzlich machbar dürfte er sein.
Ich muss es wirklich so sagen: Ich bin ein alter weißer Mann. Ich weiß nicht, was ich von dem ganzen Corona-Gedöns und dem kommenden Impf-Hype halten soll. Ich muss mich da auf Ärzte, Wissenschaftler, Spezialisten und nicht zuletzt auf die Politiker verlassen, dass diese einigermaßen richtige Entscheidungen treffen, Empfehlungen und Handlungsanweisungen geben und natürlich auch entsprechende Gesetze erlassen.
Was ich sehe, ist eine Versammlung von kopflosen Schwachmaten im Machtrausch, die selbst einen riesigen großen Haufen auf ihre eigenen Vorschriften machen und glauben, mit „parlamentarischer Immunität“ gehe auch medizinische Immunität einher. Da sage ich doch herzlich „Danke für Garnichts“ und rauch mir eine vorm Impfzentrum. Und komme mir keiner mit den „Spezialisten“ von der AfD. Die sind abwechselnd dafür oder dagegen, Hauptsache, es ist konträr zu den Regierungsstatements. Ganz abgesehen von ihren anderen kindischen Entgleisungen in Permaschleife.
Ins Kino oder ins Flugzeug will ich nämlich trotzdem irgendwann wieder. Und das wird nur mit Impfausweis gehen. Rutscht mir den Buckel runter. Im Herbst ist wahrscheinlich Wahl. Wenn den Posen- und Possenreißern nicht noch ein triftiger Grund dagegen einfällt. Das wird witzig.

Ist das nicht süß? Wirklich zuckersüß, wie sie jetzt alle springen, tanzen und singen? Da kommt so ein Ami aus Amirika zur Münchner Sicherheitskonferenz und hält den bei Häppchen und Sekt versammelten grauen Köpfen der europäischen Nomenklatura einen 20-minütigen, freien und fehlerlosen Vortrag über Demokratie und Mehrheiten, verzwergt seine Zuhörer und deklassiert sie und landauf landab fliegen die geohrfeigten Köpfe der Brandmaurer. Da stellt sich dann ausgerechnet ein ausgebildeter Neo-Sozialist wie der Bundespräsident, der vor nicht einmal 12 Monaten den amtierenden Präsidenten der USA als „Hassprediger“ abgekanzelt hat, hin und verbittet sich eine Einmischung der Amerikaner in die lautere und tadellose Demokratie der Schwachkopf-Anzeiger, „So-Done“-Betreiber und Morgens-aus-dem-Bett-Klingler. Da sind sie alle ganz aufgeregt, die, die nicht müde wurden, zu beteuern, dass mit Donald Trump das absolut Böse ins Weiße Haus einziehen wird. Die den altersschwachen Joe Biden zu einem stolzen Führer der freien Welt mit dem absoluten Überblick verklärten, um gleich anschließend Kamala Harris zu einer Lichtgestalt zu verklären, die den Heiligenschein Jesu um Milliarden Lux überstrahlte. Diese Politiker und Medien beschweren sich nun wie mit der Hand in der Keksdose ertappte Kinder über eine Rede, die ihnen, den Führern des Wertewestens und des freiesten und buntesten und diversesten Europas, das es je seit der Belagerung Konstantinopels gab, die demokratischen Leviten liest. Witzig – während ich diese Zeilen schreibe, lese ich auf X, dass der Rechtsanwalt Markus Roscher zu 3.000,- € Geldstrafe verurteilt wurde, weil er in einem Tweet Habeck, Scholz und Baerbock für das Heizungsgesetz als „boshafte Versager“ bezeichnet hat. Sein Waffenschein steht nun wegen „Unzuverlässigkeit“ ebenfalls zur Diskussion. Außerdem muss er im „Wiederholungsfall“ – nämlich, dass er die Genannten „in ihrem öffentlichen Wirken erheblich beeinträchtigt“ – damit rechnen, dass ihm der Entzug seiner Anwaltslizenz droht. Außerdem wurde er gewarnt, dass er im Einspruchsverfahren mit einer noch höheren Geldstrafe rechnen müsste. Sieht so die Meinungsfreiheit „unserer Demokratie“ aus? Das exakt ist es, was Vance mit seiner Rede gemeint hat. Und was unsere Politisierenden und die geneigten Medien vehement und ganz wehrhaft mit wedelnden Armen abstreiten. „Keine Meinungsfreiheit? Stimmt ja gar nicht! Halt die Fresse!“ Ich mag die AfD nicht. Ich finde sie zu wenigstens 60% ganz schrecklich, weil da auch ganz schreckliche Leute mitmachen, deren Stammtische ich schon in Jugendtagen gemieden habe, obwohl es die da noch gar nicht gab. Das spielt in einer Demokratie aber keine Rolle, wen ich mag oder nicht mag. Ich persönlich finde Grüne und Linke noch viel schrecklicher, radikaler und ja – auch gewalttätiger. Erst recht, wenn sie 1933 als Rechtfertigung für Zerstörung und Körperverletzung als Alibi heranziehen. Aber ebenso, wie ich die Einen ertragen muss, muss ich auch die anderen ertragen. Und, als Demokrat, bestenfalls mit beiden reden, weil sie vielleicht ja doch einen Punkt haben. Außerdem ist es unfair und undemokratisch, eine 20%-Partei in ihrer parlamentarischen Arbeit zu behindern und ihnen ihrer Partei zustehende Posten zu verweigern oder Gesetze und Regeln so elegant hinzubiegen, dass sie keine Chance haben, für das Geld, das sie auch von ihren Wählern bekommen, Ihren Job zu machen. Unser Grundgesetz (dessen Hochhalten in Corona bereits bestraft wurde) sieht keine „guten“ und „schlechten“ Wählerstimmen vor. Es gibt schlicht keine Abstufung. Vance hat nichts anderes gesagt als seinerzeit Gorbatschow zu den Betonköpfen im Politbüro: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Wer sich nicht um die Anliegen von mindestens 20% - eigentlich aber sogar mehr als 50% aller Wähler kümmert (ja, wir reden hier von illegaler Migration und Union und AfD gemeinsam), der darf sich dann auch nicht wundern, wenn die eigene, überhebliche Arroganz gegenüber dem Wahlvolk, das die ganze Butze finanziert, zur eigenen Abwahl führt. Es ist das tiefste Wesen einer Demokratie, dass es keinen Adel und keine Kaste gibt und das Volk seine Regierungen bei Nichtbeachtung abwählen und einer neuen Regierung eine neue Chance geben kann, darf, soll und – im Eigeninteresse – sogar muss. Nichts anderes hat Vance versucht, seinen europäischen Gesprächspartnern, die nun gemeinsam mit den ihnen gewogenen Medien aufgeregt flügelschlagend umeinanderkreisen, klarzumachen. Und als Antwort bekommt er – und wir – unter dem Strich die gleiche Antwort, die seinerzeit Honecker gab: „Unsere Demokratie in ihrem Lauf halten weder Trump noch Vance auf“. Flankiert von dem üblichen Gesülze von Trump als Sith-Lord mit Musk und Vance als böse Palatine. Die glauben das wirklich! Außerdem hat Vance mit Weidel und Merz gesprochen. GESPROCHEN! Sie haben richtig gelesen. Die Amerikaner haben glasklar erkannt, dass mit der EU und den Wichtigtuern der deutschen Regierungsparteien schlicht „kein Staat“ zu machen ist. „America first“ heißt auch „Europe second“ und die Rede von Vance und die Reaktionen darauf haben tatsächlich gezeigt, mit welchen eitlen und wichtigtuerischen Wichten wir es in „unserer Demokratie“ zu tun haben. Wird sich aber nun etwas ändern? Natürlich nicht. Die europäischen Kleinmächte mit ihren zappeligen Demokratieminderleistern werden sich einigeln und hoffen, dass die nächsten vier Jahre Trump und dann vielleicht vier Jahre Vance an ihnen wie ein Gewittersturm vorüberziehen werden. An uns als Wählern liegt es, ob dies so sein wird.

Haben Sie die Bilder gesehen? Robert Habeck hat eines verbreitet, Olaf Scholz ein anderes. Robert Habeck war nämlich in Auschwitz. Aber nur als Besucher. Olaf Scholz auch, auch als Tourist. Auf dem Bild Robert Habecks sieht man ihn aus der Rückenansicht, wie er zwischen einem Gebäude (dem Krematorium?) und zwei Stacheldrahtzäunen, ganz allein, fast einsam, entlangflaniert. Das ganze Bild, in einen orangen Filter getaucht, erinnert stark an die „Jever“-Werbung. Ein Mann. Seine Gedanken. Ein KZ. Veröffentlicht hat Robert Habeck das Bild auf X mit dem Untertext: „Heute, am 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, habe ich in Polen das Stammlager I und später das Konzentrations- und Vernichtungslager in Auschwitz-Birkenau besucht. Neben dem offiziellen Teil gab es auch ein paar Momente allein. Ich brauche dazu nichts zu sagen, denke ich.“ Ein paar Momente. Allein. Robert Habeck mit sich selbst. Und dem Kameramann. Und den Personenschützern. Möglicherweise auch mit seinem Social-Media-Team und seinem Wahlkampfteam. Aber allein. Hauptsache allein. Mit seinen Gedanken. Und die teilt er mit, indem er sie nicht mitteilt. So isser, unser Robert, gell? So ein eigentlich stiller, besinnlicher und, ja, auch tief philosophischer Typ. Ich kann mich nicht gegen meine Phantasie wehren. Ich sehe mich mit Robert Habeck und seinem Team da, in dieser Todesgasse stehen und das, was wie ein Schnappschuss – welch grässliches Wort in einem Konzentrationslager – aussieht, inszenieren: „Robert, wir machen das von hinten. Wie in der Werbung. Geh ein paar Schritte nach da. Nicht umdrehen, Robert, NICHT UMDREHEN, HERRGOTT, ja, so isses gut, Stimmt das Licht, Malte? Klasse. Nicht so weit weg, Robert, es muss zufällig aussehen und wir können das Stativ und das Licht nicht hinter Dir hertragen. Geh nochmal so… JA, PASST, IS IM KASTEN! Super Robert, das wird ein Kracher!“ Ein Hauch von Bierwerbung weht durch das Bild: Wie das KZ, so das Jever. Ich weiß nicht, ob er oder Olaf Scholz schneller war, unser Kanzler ließ sich von hinten insze… fotografieren, wie er vor einem der Öfen im Krematorium steht. Mittig. Im gedämpften Licht. Besinnlich und sich besinnend. Ob er da ein Gebet gesprochen hat? Man weiß es nicht, aber die Bildkomposition ist sehr schön, sehr symmetrisch. Da hat das Fotografierende gut mitgedacht. Diesen beiden Typen ist das vielleicht grausigste und grausamste Vernichtungslager der Welt nicht zu schade, um sich zu Wahlkampf- und Eigendarstellungszwecken optisch hübsch in Szene zu setzen, um einen auf „besinnlich“ zu machen. Das, was vor Ort passiert ist, wo Menschen verprügelt, verreckt und schlussendlich vergast wurden, wird heute von ganz aufrecht unserdemokratischen Politikern zur Gruselkulisse für nicht hässliche Bilder, zum „Auschwitzland“ für professionelles Trauern herabgewürdigt. Wahres und echtes Gedenken braucht keine Pressefotografen, sondern Ruhe und Geschichtsbewusstsein, was ich mit einem Pulk von Fotografen, Security und Begleitentourage für höchst schwierig halte. Beide Bilder haben einen bitteren Beigeschmack von „Halloho? Ich trauere und bin nachdenklich! Seht Ihr, wie ich trauere? Seht Ihr es? Kinners, hierher, ich trauere! Guck, da der Ofen, da der Stacheldraht, schrecklich. Soll ich nochmal im Halbprofil…?“ Es gibt vielleicht noch eine Handvoll Leute, die aus Auschwitz entkommen und bewusst erzählen können, wie es war und auch sie werden bald gestorben sein. Wer als 10-jähriger da hinkam und überlebte, ist spätestens 1935 geboren und heute 90 Jahre alt. In zehn bis zwanzig Jahren wird die Erinnerung an den Holocaust nur noch virtuell in Filmen und Literatur gegenwärtig sein, da es keine Zeitzeugen mehr gibt, die das Monströse dieses Ortes aus eigener Anschauung vermitteln können. Dann wird Auschwitz endgültig zur Gedenkkulisse von Politikern herabgewürdigt werden, wenn die Museumsleitung hier nicht eingreift. Eigentlich sollte auf dem gesamten Gelände ein Fotografier-Verbot herrschen. Auch und besonders für Politiker. Das ist kein Ort, um Besinnlichkeit zu heucheln und publikumswirksame Bilder zu schießen. Oder lustige Selfies für Instagram und Tiktok zu machen. Was kommt als Nächstes? „My friends went to Auschwitz and all I got was this lousy T-Shirt“? Das ist Auschwitz. Der Ort eines der größten Verbrechen der Menschheit. Ein Ort, an dem Täter zu viehischen Barbaren und Opfer zur vernichtbaren Objekten herabgewürdigt wurden. Ein Ort, gegen den die Hölle ein angenehmer Platz sein muss. Ein Ort, an dem es keine Moral und keine Menschlichkeit mehr gab. Und an diesem Ort standen zwei Politiker in guter Ausleuchtung und simulierten Anteilnahme. Dann reisten sie wieder ab und beschlossen, noch mehr Judenhasser ins Land zu lassen. Es widert mich nur noch an.


